Wie gewohnt sind wir in den Tag gestartet, wobei ich heute mit dem Kopf eher bei der WG-Zimmersuche war als beim Frühstückkochen. Mama hat den Porridge mal wieder übernommen, und so sind wir gegen kurz vor 11 Uhr aufgebrochen. Sehr weit sind wir aber nicht gekommen, denn wir haben erstmal bei einem Outdoorladen angehalten, um neue Gaskartuschen zu besorgen – und dabei ist es natürlich nicht geblieben. Ich musste leider meine Stirnlampe auswechseln, und Mama hat sich einen Fuß für die Kartuschen besorgt, damit diese stabiler stehen.

Dann sind wir losgedüst und haben nach 35 Kilometern bei einem etwas wirren Österreicher eine Pause eingelegt. Dort haben wir auch Greta getroffen, die schon eine Weile mit dem Rad unterwegs ist. Dadurch war der Besuch echt schön, aber eben auch ein bisschen wirr. Er hatte nichts Vegetarisches zu essen, was die Situation etwas unangenehm machte. Naja, das Omelett war ganz okay, und Mama hatte wie so oft eh noch nicht so viel Hunger. Ich habe mich da aber nicht so wohl gefühlt und war froh, als wir wieder auf den Rädern waren.

Mit Greta zusammen sind wir dann noch ein Stück geradelt, bis sie einen RMK-Platz zum Schlafen angesteuert hat. Wir wollten aber noch weiter bis nach Lettland. So ging es über Schotterpisten bis fast an die Grenze, mit zwei Pausen: eine für ein Eis und die zweite am Meer, wo Mama die Reste vom Porridge vertilgt hat.

Und dann war es so weit: Die Grenze war ein kleiner schwarz-weißer Grenzpfahl, sonst nicht viel – außer einem großen „Latvia“-Schriftzug. Irgendwie unspektakulär, aber trotzdem ein kleiner Gänsehautmoment: Land Nummer 10.

Wir sind noch ein Stück weitergeradelt und haben nach insgesamt 80 Kilometern den nächsten Campingplatz angesteuert, wo wir einen netten Platz gefunden und unsere Zelte aufgeschlagen haben. Das Meer ist etwa 200 Meter entfernt und – wie so oft – wunderschön.

Den Abend habe ich wieder ein bisschen mit WG-Suche verbracht. Gerade bin ich einfach happy, dass ich wieder eine Aufgabe habe – das tut richtig gut. Jetzt geht’s aber ab ins Bett, denn die andere Aufgabe – nach Hause radeln – braucht volle Erholung.


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