Über Stock und Stein sind wir heute von unserem Campingplatz relativ spät aufgebrochen, es ging über Feldwege in den Süden. Das war richtig schön, aber auch anstrengend. Der Untergrund war nicht immer super zum Fahren, aber besser als ein paar Waldwege, die wir schon hatten.




Nach 30 Kilometern haben wir an einem Supermarkt eine Pause gemacht und wässrigen Kaffee getrunken. Danach haben wir eine Fahrradbrücke gesucht, die es wohl nicht mehr oder noch nicht gab. Dementsprechend mussten wir bis in den nächsten Ort fahren, wo die nächste Brücke war.


Von da haben wir weiter den Rückenwind genossen und uns auf die letzten Kilometer bis zur litauischen Grenze aufgemacht. Die Grenze zwischen Lettland und Litauen war wieder fast nicht existent. Wären die Straßenschilder nicht gewesen, hätten wir sie wohl nicht wahrgenommen.



Im ersten Ort (Zeimelis) in Litauen haben wir noch eine Pause eingelegt und es uns auf dem Dorfplatz gemütlich gemacht. Der Ort wirkte sehr trostlos auf uns, die Häuser waren oft in keinem guten Zustand mehr und die Menschen wirkten alle abgehetzt und ziellos. Nach einer Weile kam ein Mann zu uns und hat uns in gutem Englisch angesprochen und nach etwas Geld gefragt. Das hat Mama ihm auch gegeben. Danach haben wir noch ein bisschen mit ihm gesprochen und er hat unseren Eindruck mehr oder weniger bestätigt. Außer Landwirtschaft gibt es hier nicht viel, und in der Landwirtschaft nicht genügend Jobs für das ganze Jahr. Deshalb verschwinden die ganzen Jungen in die größeren Städte, wo es eine bessere Zukunft für sie gibt. Danach ist es noch etwas komisch geworden, weil er nach mehr Geld gefragt hat, und wir beide davon etwas vor den Kopf gestoßen waren. Das hat das ganze Gespräch irgendwie komisch wirken lassen. Es waren insgesamt um die 3 €. Mama hat ihm noch das Geld gegeben, aber mit keinem guten Gefühl. So sind wir dann etwas nachdenklich weitergefahren.


An einem kleinen Laden haben wir unser Wasser aufgefüllt und sind dann mit offenen Augen nach einem Schlafplatz weitergefahren. Hinter einem Maisfeld haben wir dann einen Platz gefunden, der sich auf den ersten Blick als gut gezeigt hat. Wir haben unser Zelt aufgebaut und dann ein bisschen rumgesessen.

Mama meinte von Anfang an, dass es stark nach Tier riecht und hatte den Eindruck, dass eventuell Wildschweine im Maisfeld sein könnten. Auch waren ihr Spuren im Weg suspekt. Ich hatte weniger Sorgen. Nach einer knappen Stunde haben wir dann beschlossen, dass wir es nicht darauf ankommen lassen wollen und uns um kurz nach 8 nochmal auf den Weg zu einem Platz gemacht, den ich eh schon auf dem Schirm hatte.

Der war bei einem Baggersee. Dort sind wir dann noch entspannt hingefahren und konnten entspannter schlafen. Auch wenn wir die ganze Zeit Geräusche vom Bagger einen See weiter gehört haben – die habe ich aber schnell ausgeblendet und konnte gut durchschlafen.
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