Heute Nacht ist etwas passiert, das wir uns nicht erklären konnten. Als wir aufgewacht sind, haben wir unsere gekauften Wasserflaschen nicht mehr gefunden. Wir hatten noch genügend in unseren Flaschen, um den Morgen entspannt zu überstehen, aber die anderen Flaschen blieben verschwunden. Im Verlauf des Tages ist uns außerdem aufgefallen, dass eine Banane und eine Dose Lachs fehlten. In der Nacht muss also jemand diese Sachen genommen haben – ansonsten war aber alles genauso, wie wir es beim Schlafengehen hinterlassen hatten. Das hat uns ziemlich verwirrt, aber wir waren auch sehr froh, dass nichts anderes fehlte. Der Platz lag auch nicht direkt in der Stadt, sondern gute 2–3 Kilometer entfernt … das war einfach richtig komisch. Und die Eier waren auch noch da?

Naja, so haben wir dann gefrühstückt und sind losgefahren. Im Prinzip mussten wir heute nicht einmal abbiegen: Sobald wir auf der großen Straße waren, die relativ wenig befahren war und sich entsprechend schön zum Radeln eignete, ging es geradeaus. Wir hatten den ganzen Tag Rückenwind und so gut wie keine Hügel.

Im nächsten Laden haben wir uns Wasser besorgt und sind weitergefahren. Nach kurzer Zeit hat uns dann eine hübsch aussehende Altstadt aufgehalten – dort haben wir noch einen Kaffee getrunken, bevor wir wieder auf unseren abbiegungsfreien Weg zurückgekehrt sind.

Nach und nach wurde der Himmel dunkler und bald kamen schon die ersten Tropfen von oben. Also haben wir an einer Bushaltestelle angehalten und dort eine größere Pause eingelegt. Die kam auch keinen Moment zu früh, denn kaum waren wir untergestanden, fing der Regen richtig an. Nach 15 Minuten war aber schon wieder alles vorbei, und wir konnten weiterdüsen.

Gegen 16:30 Uhr waren wir dann nach 77 Kilometern in Kaunas auf unserem Campingplatz. Leider liegt er direkt an einer großen Straße, aber für zwei Nächte ist das mal voll okay. Ich habe erstmal meine Sachen sortiert und dabei eine ganze Menge Dinge gefunden, die ich nicht mehr benötige und Mama mit nach Hause gebe. Leider sind es nur leichte Sachen, aber immerhin: an Packvolumen sind es locker 5–8 Liter, die ich ihr mitgebe. Den Platz kann ich dann gut für Lebensmittel nutzen, die ich ab morgen wieder komplett selbst transportieren muss.


Morgen bringe ich Mama abends zum Bus, und dann geht unsere gemeinsame Zeit auf der Reise zu Ende. Ich fand es richtig schön, dass sie mich begleitet hat – es war eine tolle Zeit zusammen. Auch wenn es nicht immer reibungslos war, haben wir immer zu einer guten Lösung und einem angenehmen Umgang gefunden. Für mich war es super wichtig, nach den ersten vier Monaten alleine, mal wieder eine Zeit in Begleitung unterwegs zu sein – und Mama war dafür genau die Richtige. Jetzt freue ich mich aber auch auf die letzten 3–4 Wochen alleine, als runden Abschluss der Reise.

Jetzt freue ich mich aber noch auf einen gemeinsamen Tag in Kaunas.
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