Zum Sonnenschein bin ich aufgestanden. Es ging zwar Wind, aber die Sonne schien, und es versprach ein schöner Tag zu werden. Das sollte sich dann nur bedingt erfüllen.
Kurz nach 11 bin ich losgefahren – vorher habe ich noch das längst überfällige YouTube-Video über den Finnland-Abschnitt fertiggestellt.

Schon als ich auf dem Rad saß, habe ich gemerkt: Das wird ein langer Tag. Der Wind kam aus Westen, und genau da wollte ich hin. So war es dann auch den ganzen Tag. Er war nicht allzu stark, aber nervig genug. Dazu kamen landschaftlich schöne Hügel – ständig hoch und runter. Eigentlich macht das Radfahren ja so richtig Spaß, aber heute hätte ich mir ehrlich gesagt etwas anderes gewünscht xD.

Stetig bin ich auf Polen zugeradelt. Nach 50 Kilometern habe ich dann die Grenze passiert und wurde tatsächlich von Grenzsoldaten kontrolliert. Das fand ich etwas befremdlich, auch wenn ich damit gerechnet hatte. Mal schauen, ob es auf dem Weg nach Deutschland auch so sein wird.

Nach einer ausgiebigen Pause, bei der ich mal wieder gut den Regen überstanden habe, habe ich noch einen Abstecher an die polnisch-litauisch-russische Grenze gemacht. Die ist mittlerweile mit Stacheldraht umzäunt – nach Kaliningrad gibt es absolut kein Durchkommen. Das war echt beeindruckend. Zwischen Polen und Litauen hörte der Zaun nach zehn Metern wieder auf, Richtung Russland war auf beiden Seiten kein Ende zu sehen.

Vom Wind und den Höhenmetern ziemlich geschafft, habe ich dann das nächste Waldstück angepeilt, in dem Wildcampen erlaubt ist.

Davon gibt es in Polen etwa 500 Stück, die ich über eine App einsehen kann. Nach 70 Kilometern habe ich einen schönen Platz gefunden, mir mein Lager eingerichtet und es mir für die Nacht gemütlich gemacht. Jetzt freue ich mich darauf, mich morgen wieder aufs Rad zu schwingen.


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