
Die Mücken haben mich am Morgen etwas weniger belästigt als am Abend, dafür war es in meinem Wald trocken und ich habe wunderbar geschlafen.
Da ich wenig Wasser hatte, gab’s nur Kaffee und dazu Brot – das sollte heute auch meine Basisverpflegung bleiben. Also nicht nur Brot pur, aber alle Mahlzeiten waren brotbasiert.

Ich bin dann losgefahren bis Elbląg, das waren nur knapp 10 Kilometer. Von dort ging es über teilweise extrem schlechte Straßen nach Marienburg weiter. Wenn vier Lagen Flicken übereinander liegen, wäre Schotter fast die bessere Wahl. Zum Glück hielt das nicht lange an, und nach ein paar Kilometern auf der Bundesstraße kam ganz plötzlich ein richtig guter Radweg. Den konnte ich dann bei schwülem Wetter bis Marienburg nutzen. In der Stadt endete er natürlich wieder abrupt und spuckte mich zurück auf die Straße – wer hier für die Wege zuständig ist, scheint sich genauso oft zu ändern wie in Deutschland.

In Marienburg habe ich mir dann die Burg angeschaut. Sie ist gigantisch – nicht ganz so groß wie Carcassonne, aber trotzdem gewaltig. Es ist die größte Backsteinburg Europas, und genau so wirkt sie auch. Viel wurde renoviert, da im Zweiten Weltkrieg ein großer Teil zerstört wurde, aber das ist wirklich schön gemacht. Die Burg wurde 1309 vom Deutschen Orden erbaut und war etwa 150 Jahre lang Sitz des Hochmeisters. Danach kam sie unter polnische Kontrolle, die wiederum irgendwie mit Preußen verbunden war. Irgendwann konnte mein Kopf die ganzen historischen Details nicht mehr aufnehmen.








Jedenfalls: sehr beeindruckend! Als ich mit der Audioführung fertig war, fing es stark an zu regnen. Genau in dem Moment rief Arielle an und fragte, ob ich mit ihr und Gerard ein Zimmer teilen möchte. Bei dem Wetter musste ich nicht lange überlegen. So habe ich den Abend nochmal mit den beiden verbracht – unverhofft, aber richtig schön.

Jetzt sitze ich immer noch hier im Zimmer, habe einen Pausentag eingelegt und fahre morgen mit den beiden nach Danzig. Wie es von dort weitergeht, weiß ich noch nicht genau, aber im Moment tendiere ich dazu, den Rest von Polen mit dem Zug zu fahren und dann nochmal quer durch Deutschland zu radeln.
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